Wie webzweinullig ist die Zukunft des Einzelhandels?

Der ein oder andere Teilnehmer beim EHI Marketing Forum in Köln hatte ernsthaft erwartet, eine exakte Prognose für den Einzelhandel im Jahr 2015 zu erhalten. Statt Prognosen gab es allerdings ‘nur’ Szenarien und davon gleich fünf verschiedene. Das Fehlen eines einfachen und bequemen Patentrezeptes führte folglich und in Einzelfällen zu einer gewissen Enttäuschung. Ein kurzer Abriss zu den ansonsten wirklich interessanten Forschungsergebnissen steht hier.
Wie bei jedem Kongress gab es einige sehr gute Vorträge mit nicht immer neuen aber immer neu und schön aufbereiteten Inhalten. Nominiert für meine ungeschriebene Empfehlungsliste sehenswerter Vorträge sind jedenfalls Matthias Horx für seine unterhaltsame Aggregation gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen, Dr. Hans-Georg Häusel für seine erhellenden Einsichten zum menschlichen Gehirn und Dr. Martin Kiel für mein neues Hobby: Cultural Hacking.
Und wenn der Horx auf seiner Website mit Podcasts kommt und der Kiel seine Charts bei Blogger einstellt, drängt sich automatisch die Frage auf: Wie webzweinullig war die ganze Veranstaltung? Das Buzzword selbst wurde zum Glück nie ausgeprochen, aber es tauchte im aktuellen Beileger “Innovation” zum Thema “Das neue Internet” in der ausliegenden W&V auf. Ein “Blog” fand Erwähnung in der Darstellung eines der Zukunftsszenarien, und Wikipedia musste herhalten für eines der Charts von Dr. Stephanie Gerdes, ebay Deutschland. Und natürlich war der Vortrag von Dr. Kiel zu mindestens 30 Prozent irgendwie Web 2.0, während ich bei Ogilvy Interactive die passenden Charts wahrscheinlich nur übersehen hatte.
Aber am Ende interessiert dieses Detail sowieso kaum jemanden. Viel interessanter dürfte sein, wie Internet und andere interaktive Medien in den verschiedenen Zukunfts-Szenarien genutzt werden. Eventuell gibt es dazu beim nächsten Webmontag mehr.