Wie der Leuchtturm nach Ehrenfeld kam

Der Leuchtturm im Bild steht im Kölner Stadtteil Ehrenfeld – rund 300 Kilometer vom offenen Meer entfernt. Was heute wirkt wie eine weitsichtige Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels, war doch nur dem Lauf der Geschichte geschuldet. So erzählt man es sich jedenfalls in Köln – und da erzählen sich die Leute viel. Nicht nur, wenn der Tag lang ist.

Ende des 19. Jahrhunderts, genauer: 1885, wurde in Köln die “Helios-­Actien­ge­sellschaft für elektrisches Licht und Telegraphenbau” gegründet. Die bis zu 2.000 Mitarbeiter zählende Helios AG baute Straßenbahnen, Elektrizitätswerke und eben auch Leuchttürme. Es gab um die Jahrtausendwende keinen Leuchtturm an der deutschen Küste, der nicht mit Technik von Helios ausgestattet war.

Eines Tages brachte die Kolonialisierung einen Auftrag für einen Leuchtturm auf Sansibar nach Köln. Aber noch bevor das Bauwerk ausgeliefert werden konnte, wurde Sansibar im Jahr 1890 an die Briten abgetreten – im Tausch gegen Helgoland. Leider gab es dort bereits einen Leuchtturm.

Was also anstellen mit einem Leuchtturm, den keiner haben will? Er wurde kurzerhand auf dem eigenen Betriebsgelände in Ehrenfeld aufgebaut, wo er bis heute das Wahrzeichen dieses Viertels geblieben ist. So oder so ähnlich soll es wohl gewesen sein.

[featured]Ich wünsche Euch und Ihnen entspannende Festtage, Zufriedenheit beim Rückblick auf 2012 und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr![/featured]

Und wen seine berechtigten Zweifel an der historischen Korrektheit der Anekdote nicht loslassen, der kann jetzt hier mit der Recherche beginnen.