Musicload im CokeFridge

Nachdem Coca Cola auf Basis von Phonoline sein CokeMusic gewissermaßen direkt in den Mülleimer entwickelt hat, stellt der Brause-Weltmeister seit Ende Mai Musik in den Kühlschrank. CokeFridge heißt das Angebot, das Kundenbindung und Musikshop integriert.
Täglich lassen sich ca. 2500 Titel per Coins bezahlen – das sind 16-stellige Ziffern, die sich Colatrinker aus den Flaschendeckeln heraus knibbeln können. Wer das schafft und sich anschließend noch durch die Flash-Orgie von CokeFridge hindurch navigiert, der darf dann Musik und Merchandising-Artikel einlösen. Wer keine Cola mag oder wem das Knibbeln zu lästig ist, der kann die Codes/Coins auch über eine Hotline für 0,24 Euro pro Anruf und Code kaufen. Weil das aber nicht Sinn der Sache ist, steht diese Info nur in den Teilnahmebedingungen, und die wollen erst einmal gefunden werden…


Die eigentliche Innovation an dem Angebot liegt in der intelligenten Verknüpfung des Angebots mit dem Mobiltelefon. Der CokeFridge-Nutzer kann sich online im eingeloggten Bereich eine kleine Applikation für sein Handy bestellen, den so genannten “CokeFridge Messenger”. Der Abruf der Software erfolgt per WAP-Push, so dass für den Kunden lediglich Kosten für den Datentransfer anfallen. Die Software bietet ein Messaging-System, Infos und Lagepläne zu anstehenden Festivals, Abruf von Klingeltönen, den aktuellen Kontostand sowie die eigentliche Killerapplikation: das direkte Einlösen von Codes im CokeFridge.
Coca Cola geht im Mobile Marketing damit einen kräftigen Schritt nach vorn. Statt zu versuchen, über Premium-Kurzwahlnummern mit Klingeltönen und Handylogos zusätzliche Erlösquellen zu erschließen oder nur möglichst viele Adressen für was auch immer zu sammeln, wird das Ziel hier deutlich klarer formuliert: Kauf’ Coke! Das Konzept wirkt schlüssig, weil es den funktionalen Nutzen des Mobiltelefons mit der einfachen Sammellogik eines Bonusprogramms kombiniert. Musik und Musikdownloads bieten dabei Anreiz und Emotionalisierung zugleich.
Ein Risiko bleibt: Die mit dem CokeFridge angesprochene Zielgruppe dürfte das Alter von 25 Jahren kaum überschreiten. Wer so jung und darüber hinaus in der Lage ist, sein Handy mit zusätzlicher Software auszustatten, dem dürften alternative Wege zur Musik nicht fremd sein. Wenn die Brausemacher an älteren Zielgruppen Interesse haben sollten (wovon auszugehen ist), wären sie gut beraten, die Zielgruppenansprache zu erweitern.
Der Kauf von Musiktiteln per Bonuswährung funktioniert nämlich auch hervorragend bei Nicht-Teenagern. Beim Bonusprogramm HappyDigits kann der Teilnehmer seine Punkte seit 2004 bei Musicload – und somit auch im CokeFridge – einlösen. Und soviel sei aus dem Nähkästchen geplaudert: Es funktioniert bei Männern und bei Frauen im besten Alter ganz hervorragend…
Mehr zu CokeFridge beim Marketing-Marktplatz

2 replies
  1. Fabfabian
    Fabfabian says:

    Meinst Du den Messenger oder die Mobile Cokefridge, ich habs zwar nicht runtergeladen, aber der Messenger müsste zum Chatten sein, die Mobile CokeFridge für Downloads usw.
    Bin wg. Cokefridge übrigens von Mineralwasser auf Coca-Cola umgestiegen… ;-)

Comments are closed.