Digital Rights Management im Selbstversuch

Bisher war mir die Funktionsweise des Digital Rights Managements (DRM) nur aus der Theorie bekannt. Heute setzte die Praxiserfahrung einen ultimativen Schlusspunkt unter einen verregneten und auch ansonsten äußerst bescheidenen Freitag.
In der kurzen Version bedeutet DRM, dass ich jeden vor einem Jahr gekauften Titel noch einmal kaufen muss, wenn ich ihn heute auch noch hören möchte.
Die lange Version ist nicht witziger:


Eine konkrete Frage und die pure Neugier verlangte nach einer Antwort. Wie schafft man es in wenigen Schritten, einen Song im Windows Media Audio (WMA) Format auf einem iPod abzuspielen? Auf den ersten Blick gestaltet sich das ganz simpel: WMA mit iTunes öffnen und in AAC oder MP3 konvertieren – dann klappt’s auch mit dem iPod. Zu dumm nur, dass dieses Verfahren höchstens mit WMA-Files ohne DRM-Schutz zum Erfolg führt. Vor dem Hintergrund der grundsätzlich verschiedenen Plattformen wirkt das noch halbwegs verständlich.
Aber wenn ich diesen alten Testdownload der Mediengruppe Telekommander auf der Archiv-CD vom letzten Jahr schon mal wiedergefunden habe, dann will ich den Sinkflug der guten Laune wenigstens mit Kommanda schnellstens stoppen.
Pustekuchen. Neuer Rechner mit neuem Betriebssystem heißt “neue Lizenz zum Hören notwendig”. Kein Problem, hab’ ja bezahlt – vor einem Jahr. Und jetzt kommt’s:

Falls Sie diesen Titel bereits gekauft haben, können Sie sich die notwendige Lizenz unter ‘Meine Downloads’ herunterladen (max. 3x innerhalb eines halben Jahres ab Kaufdatum).

Zu einem Fragezeichen gesellen sich unter “Meine Downloads” gleich noch mehr:

Sie haben bisher noch nichts bestellt.

Das heißt soviel wie: Zahle 1,29 Euro und gehe in den Warenkorb. Mit ‘ner raubkopierten Datei wäre das nicht passiert.
Ich kauf’ gerne CDs. Immer noch.