Fürs Fernsehen wird es langsam eng.

Das sagt zumindest IBM. Diese Woche landeten Ergebnisse einer interessanten Studie zum Interaktionsverhalten junger Mediennutzer auf meinem Tisch. Es dürfte niemanden verwundern, wenn IBMs Business Consultants unter anderem zu folgendem Ergebnis kommen:

“Die interne Fähigkeit [der Medienanbieter], flexible und integrierte Informationstechnologien bereitzustellen und zuverlässig zu betreiben, wird […] zu einer strategischen Fragestellung. War die Informationstechnologie insbesondere bei klassischen Fernsehanstalten jahrzehntelang ein ‘Erfüllungsgehilfe’, wandelt sie sich nun zur innovativen ‘Lunge’ erfolgreicher Medienanbieter.”

Aus der Befragung von 514 Deutschen im Alter von 14 bis 39 Jahren ergeben sich dennoch sehr brauchbare Hinweise, beispielsweise zum größten Nutzen des interaktiven TVs: Überbrückung von Werbung. Ein paar Stichpunkte im Überblick.


Internet und TV im Wettbewerb:
– 20% der Befragten geben an, dass sich ihr Fernsehkonsum durch das Internet verringert hat
– 45% sind in der Lage, Internet und TV parallel zu nutzen – und die Hälfte davon nutzt diese Möglichkeit
– über 25% sind mindestens einem in einer TV-Sendung angegebenen Link gezielt ins Internet gefolgt
– 59% der 14- bis 19-jährigen geben bei angenommener vollständiger Konvergenz beider Medien das Internet als Primärmedium an
– für 55% bietet das Internet Hilfe zur Meinungsbildung, das Fernsehen bietet diese Funktion nur noch für 39%
Interaktivität via TV:
– für 84% ist die Überbrückung der Werbung die wichtigste interaktive Funktion im TV
– 73% wünschen sich zeitversetztes Ansehen von TV-Sendungen
– 50% zeigen Interesse an personalisierten Nachrichten und Programmvorschlägen
– nur 20% haben ein Bedürfnis nach Bestellung und Bezahlung von Waren oder nach Interaktion mit Personen in der Sendung
– über 75% zeigen Skepsis beimUmgang mit persönlichen Daten im interaktiven TV
– ca. 50% sind bereit, für interaktives Funktionen Geld auszugeben, davon geben 80% 10 Euro als monatliches Maximum an
Das lesenswerte Executive Summary gibt es gratis hier als Download.