Screenshot der Startseite vom Herrn von Draussen

Neu im Netz: Herr von Draussen

Mein persönliches Pet Project ist seit dieser Woche live: Herr von Draussen – www.vondraussen.com. Auf der Seite gibt es einen Teil meiner fotografischen Arbeit zu sehen – und zu kaufen. Sie vereint die frühere Portfolio-Seite “Biederbecks Bilder” und den bei WhiteWall geführten Shop, der Ende Januar vom Netz ging.

Der Shop basiert auf dem Angebot von www.fotograf.de, dem aus meiner Sicht derzeit besten Out-of-the-Box-Angebot für Fotografen. Das Angebot ist deshalb so gut, weil es die Darstellung von Galerien inklusive Blog-Funktionalität und SEO-Features mit einem Shop für digitale Downloads und fertig ausbelichtete Fotoprodukte verbindet – Fulfillment inbegriffen. Denn das ist das Hauptproblem der Fotografen im Vertrieb: Wie kommt ein Kunde möglichst einfach an Prints, Poster, Grußkarten, Leinwände oder gar Acryldrucke, ohne dass ich als Fotograf den Aufwand mit Fotolabor und Versand habe? Und ich spreche hier von Fachlabor-Qualität, nicht vom Selfprinter in der Drogerie um die Ecke.

Fotograf.de lässt den Fotografen aus verschiedenen Fachlaboren wählen. Darunter sind beispielsweise WhiteWall, PosterXXL oder auch xPressLAB. In Deutschland gibt es aktuell nur einen vergleichbaren Anbieter, der für Fotografen einen ähnlichen Service anbietet: Saal Digital, ein qualitativ hochwertiges Labor mit extrem schneller Produktions- und Versandzeit, bietet mit seinem Fotografenportal ein ähnliches Konzept, allerdings dann auch beschränkt auf das eigene Labor und nicht ganz so umfangreich in puncto Web-Optimierung und nicht ganz so einfach in der Konfiguration.

Nicht nur für das eigene Portfolio habe ich mich in den letzten Monaten intensiv mit Ahmad Kiarostami’s fotomoto.com beschäftigt. Das mittlerweile an liveBooks verkaufte Start-Up ermöglicht eine nahtlose Integration einer Verkaufsfunktion für jede beliebige Fotografen-Website, z. B. die auf Basis von WordPress. Diese Lösung, die z. B. der britische Fotograf David Nightingale einsetzt, wäre eigentlich mein Favorit gewesen. Leider ist das Tool in Deutschland nicht einsetzbar, weil es diverse rechtliche Rahmenbedingungen ignoriert und damit jeden passionierten Abmahner geradezu einlädt, den nächsten bösen Brief zu schreiben. Oder anders ausgedrückt: Hier ist noch Luft für weitere Projekte.

 

Wie der Leuchtturm nach Ehrenfeld kam

Der Leuchtturm im Bild steht im Kölner Stadtteil Ehrenfeld – rund 300 Kilometer vom offenen Meer entfernt. Was heute wirkt wie eine weitsichtige Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels, war doch nur dem Lauf der Geschichte geschuldet. So erzählt man es sich jedenfalls in Köln – und da erzählen sich die Leute viel. Nicht nur, wenn der Tag lang ist.

Ende des 19. Jahrhunderts, genauer: 1885, wurde in Köln die “Helios-­Actien­ge­sellschaft für elektrisches Licht und Telegraphenbau” gegründet. Die bis zu 2.000 Mitarbeiter zählende Helios AG baute Straßenbahnen, Elektrizitätswerke und eben auch Leuchttürme. Es gab um die Jahrtausendwende keinen Leuchtturm an der deutschen Küste, der nicht mit Technik von Helios ausgestattet war.

Eines Tages brachte die Kolonialisierung einen Auftrag für einen Leuchtturm auf Sansibar nach Köln. Aber noch bevor das Bauwerk ausgeliefert werden konnte, wurde Sansibar im Jahr 1890 an die Briten abgetreten – im Tausch gegen Helgoland. Leider gab es dort bereits einen Leuchtturm.

Was also anstellen mit einem Leuchtturm, den keiner haben will? Er wurde kurzerhand auf dem eigenen Betriebsgelände in Ehrenfeld aufgebaut, wo er bis heute das Wahrzeichen dieses Viertels geblieben ist. So oder so ähnlich soll es wohl gewesen sein.

[featured]Ich wünsche Euch und Ihnen entspannende Festtage, Zufriedenheit beim Rückblick auf 2012 und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr![/featured]

Und wen seine berechtigten Zweifel an der historischen Korrektheit der Anekdote nicht loslassen, der kann jetzt hier mit der Recherche beginnen.

WhiteWall schliesst Galerien

WhiteWall, nach eigenem Claim “Das Labor der Fotografen” und gewissermaßen das Lumas für jedermann, schließt am 31. Januar 2013 seine so genannten künstlereigenen Galerien. In einer Mail an alle Nutzer dieses Dienstes begründet WhiteWall diesen Schritt mit nicht erfüllten wirtschaftlichen Erwartungen. Ob die allgemeine Qualität der Fotos, die schlechte Auffindbarkeit oder die stark optimierungsbedürftige User Experience einen Erfolg verhinderten, erklärt WhiteWall nicht.

Ich habe eine solche Galerie vor einiger Zeit ebenfalls zu Testzwecken unter de.classic.whitewall.com/biederbeck eingerichtet. Wer sich aus der kleinen Auswahl noch einen Druck auf Leinwand, Dibond oder Acryl sichern möchte, sollte das also bis Januar 2013 tun. Bislang gaben alle Kunden sehr positives Feedback zur Qualität der Prints.

Hier die E-Mail vom 27. August 2012:

Lieber Oliver Biederbeck,

wir von WhiteWall sind stets mit Kräften dabei, unser Produkt, unseren Service und das Kundenerlebnis zu optimieren.

Dazu gehört auch, dass wir uns immer wieder auf das Wesentliche konzentrieren müssen. So wollen wir uns noch stärker auf Fotolabor-Produkte in höchster Galerie-Qualität sowie einen anspruchsvollen Kunstmarkt fokussieren, um Ihnen hier stets das beste Ergebnis der Branche bieten zu können.

Während sich der WhiteWall Kunstmarkt sehr zufriedenstellend entwickelt hat, sind die Umsätze der künstlereigenen Galerien auf WhiteWall leider weit hinter Ihren und unseren Erwartungen zurückgeblieben. Die Idee, dass ein Kreativer herausragende Inhalte hervorbringt und diese selbst vermarktet, scheint nicht ausreichend zu tragen.

Unser Kunstmarkt bietet die Lösung: Kreative sorgen für herausragende Inhalte, wir mit intensivem Marketing, einer ab September völlig neu gestalteten Website und unserem Showroom für eine effektive Vermarktung.

Daher haben wir eine Entscheidung getroffen, die uns nicht leicht gefallen ist:
Die kostenfreien künstlereigenen Galerien auf WhiteWall werden wir zum
31. Januar 2013 einstellen.

Ab sofort ist es daher nicht mehr möglich, neue Galerien anzulegen oder zu bearbeiten. Neu hochgeladene Motive sind Ihren bestehenden Galerien nicht mehr zuzuordnen. Vorhandene Motive in vorhandenen Galerien können bis zum 31. Januar 2013 weiter verkauft werden.

Bereits hochgeladene Motive bleiben aber in Ihrem WhiteWall Account. So können Sie Ihre Werke auch weiterhin der Jury für den WhiteWall Kunstmarkt vorschlagen und dort vermarkten. Im September kommen wir noch mit einigen erfreulichen Neuigkeiten zum WhiteWall Kunstmarkt auf Sie zu.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis und freuen uns auf Ihren nächsten Besuch!
Ihr WhiteWall Team

Reboot erfolgreich abgeschlossen

Eine ganze Weile ist es schon her, dass mein Netzwerk mich zur Gründung meiner kleinen Unternehmung beglückwünschte. Um genau zu sein: 8 Monate und einen Tag. In der Zeit ist das Geschäft sehr gut angelaufen. Reboot abgeschlossen.

Bei der Gelegenheit erledige ich die ständig runterpriorisierte Aufgabe “Internetauftritt umbauen” – fällig seit 8 Monaten und einem Tag. Diese wunderbar reduzierte Seite ist Geschichte:

Screenshot of old page oliver-biederbeck.de

Das neue Layout, also das hier mit dem karierten Papier im Hintergrund, kann man übrigens kaufen. Nicht bei mir, sondern hier: http://themeforest.net/item/temptation-single-page-wordpress-theme/257625. Und nein, eine Provision bekomme ich dafür auch nicht.