Die Online-Bewerbung, Teil 1

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Tolle Sache: für mein Team wird ein neuer Mitarbeiter gesucht. Die Stellenausschreibung arbeitet gut, denn es landen viele Bewerbungen von guten Leuten auf meinem Schreibtisch – und in meinem Outlook. Und damit wäre ich dann gleich beim Punkt. Nein, nicht bei Microsoft Outlook, um dessen Nutzung ich nicht herum komme, sondern bei der Online-Bewerbung als solcher – und wie sie auf der anderen Seite letztendlich ankommt, z. B. bei jemandem wie mir.
Um es vorweg zu nehmen: selbstverständlich werden alle Bewerbungen gleich behandelt. Und ja, wenn ein Unternehmen eine E-Mail Adresse als Eingangskanal anbietet, dann darf natürlich jede Bewerberin und jeder Bewerber diesen Weg nutzen. Nur: wird dabei wirklich das Maximum einer positiven Selbstdarstellung erreicht?

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Lockvogel-Gewinnspiele sind OK

Attraktive Produkte weit unter Preis anbieten und verlosen, sobald die Nachfrage das Angebot übersteigt, dürfte momentan zu den besten Methoden gehören, an qualifizierte Adressen von potentiellen Kunden zu kommen. So verkaufte z. B. Quelle in 2003 insgesamt 50 Smarts für jeweils 1990 Euro, und insgesamt 5,5 Millionen Kunden registrierten sich.
Angenommen, ein Smart könnte für 7.000 Euro eingekauft werden, bedeutet das unglaublich günstige Kosten von rund 6,4 Cent pro Adresse (vereinfacht auf den Wareneinsatz bezogen). Hinzu kommt, dass erfahrungsgemäß viele Menschen denken, die Abgabe von Permissions für “Werbung” und “Marktforschung” könnte ihre Gewinnchancen erhöhen – ein Zusammenhang, der jedem Verbraucherschützer die Haare zu Berge stehen lässt.
Nun gab es Beschwerden, und zwar weniger zum Lockvogel-Charakter der Aktionen, sondern vielmehr zur Kopplung von Gewinnspiel und Kaufakt. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied aber anders:

Versandhändler dürfen ihre Käufer bei besonders günstigen Angeboten per Los aussuchen. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt in einem aktuellen Urteil über die Zulässigkeit entsprechender Gewinnspiele. In dem Fall hatte ein Versandhandelsunternehmen etwa 1.000 Fahrräder zum Preis von 49,90 statt 499 Euro angeboten. Von den 1,6 Millionen Interessenten kamen allerdings nicht die schnellsten zum Zug, vielmehr wurden die Käufer per Los ausgesucht. Den Übrigen wurde das Fahrrad zum Vorzugspreis von 200 Euro angeboten. Nach Ansicht der hessischen Richter liegt hierbei kein unlauteres, an den Warenabsatz gekoppeltes Gewinnspiel im Sinne des UWG vor. Damit die Maßnahme nicht als irreführend im Sinne des UWG eingestuft wird, müssen Unternehmen jedoch in der Werbung auf das mögliche Losverfahren hinweisen. Quelle: ONEtoONE

Der Lockvogel-Aspekt erschien mir bisher immer naheliegender – allerdings kann ich keinen Hinweis darauf finden, dass sich darüber schon jemand vor Gericht beschwert hätte. Wer weiß mehr?